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Wissen & Personenschutz

Eine gute Unfallversicherung muss im Ernstfall mehr leisten als einen netten Prospekt

Die private Unfallversicherung greift dort, wo die gesetzliche Absicherung oft nicht reicht: im Haushalt, in der Freizeit, auf Reisen und überall dort, wo ein Unfall dauerhafte Folgen hinterlassen kann.

Darauf kommt es bei der Unfallversicherung an

Invaliditätsleistung als Kern

Das Herzstück ist die Einmalzahlung bei dauerhaften Beeinträchtigungen. Höhe und Struktur müssen zur realen Lebenssituation passen.

Unfallrente für schwere Fälle

Bei hoher Invalidität kann eine laufende Monatsleistung sinnvoll sein, damit nicht alles an einer Einmalzahlung hängt.

Sinnvolle Zusatzleistungen

Bergung, Rettung, kosmetische Operationen oder Kinderbausteine können je nach Lebensstil sehr wichtig sein.

Zielgruppen sauber unterscheiden

Kinder, Berufstätige, Senioren und sportlich aktive Menschen haben oft unterschiedliche Anforderungen an den Schutz.

Warum Invaliditätsleistung, Gliedertaxe und Progression nicht Nebensache sind

Wichtig ist, dass die Invaliditätsleistung das Kernstück der Unfallversicherung ist. Sie entscheidet darüber, wie viel Kapital bei dauerhaften Beeinträchtigungen zur Verfügung steht.

Wie hoch diese Leistung tatsächlich ausfällt, hängt nicht nur von der Grundsumme ab, sondern auch von der vereinbarten Progression und von der Gliedertaxe. Genau diese Punkte werden in Schnellvergleichen oft übersehen, obwohl sie im Ernstfall über die Größenordnung der Hilfe entscheiden.

Wer den Vertrag sinnvoll prüfen will, sollte deshalb nicht nur auf den Preis, sondern auf die Kombination aus Grundsumme, Progressionsmodell und Qualität der Bedingungen schauen.

Prüfpunkte beim Kernschutz

  • Grundsumme passend zur finanziellen Zielgröße
  • Progression für schwere Invaliditätsgrade
  • verbesserte Gliedertaxe statt Standardminimum
  • klare Regeln zur Feststellung der Invalidität

Welche Zusatzleistungen und Klauseln oft sinnvoll sind

Wichtig sind außerdem Bergungs- und Rettungskosten, kosmetische Operationen sowie weitere Ergänzungen. Ob diese Bausteine wichtig sind, hängt stark von Alter, Hobbys, Reiseverhalten und familiärer Situation ab.

Für Kinder können andere Ergänzungen relevant sein als für aktive Erwachsene oder ältere Menschen. Genauso wichtig ist der Blick auf Mitwirkungsanteile bei Vorerkrankungen und auf Klauseln, die Leistungen unnötig verengen.

Auch Modelle mit Beitragsrückgewähr sollten nüchtern eingeordnet werden: entscheidend ist zuerst die Qualität des Unfallschutzes, nicht die Verpackung.

Sinnvolle Ergänzungen

  • Bergungs- und Rettungskosten
  • kosmetische Operationen nach Unfallfolgen
  • Kinder- oder Familienbausteine
  • sauber geregelter Mitwirkungsanteil

Für wen die Unfallversicherung besonders relevant sein kann

Eine saubere Einordnung unterscheidet nach Kindern, Berufstätigen, Senioren sowie sportlich aktiven Menschen. Das ist sinnvoll, weil Risiko, Nutzen und Vertragsgestaltung je nach Lebensphase sehr unterschiedlich sein können.

Für Berufstätige ist die Unfallversicherung oft eine Ergänzung zur Arbeitskraftabsicherung, aber kein Ersatz für sie. Für Kinder oder Senioren kann sie je nach Situation ganz anders gewichtet werden.

Wer aktiv lebt, reist oder risikoreichere Hobbys ausübt, sollte außerdem prüfen, wie der Vertrag mit besonderen Aktivitäten oder Auslandsaufenthalten umgeht.

Typische Zielgruppen

  • Kinder mit besonderem Blick auf langfristige Folgen
  • Berufstätige als Ergänzung zur BU
  • Senioren mit angepasster Schutzlogik
  • Sportler und aktive Menschen mit erhöhtem Freizeitrisiko

Wo Ausschlüsse, Fristen und Leistungsablauf kritisch werden

Ein großer Teil der Prüfung liegt in genau diesen Feinheiten: Welche Unfälle oder Aktivitäten sind eingeschränkt? Wie wirken Vorerkrankungen mit? Welche Fristen gelten für Meldung und Invaliditätsfeststellung?

Gerade im Leistungsfall zählt saubere Dokumentation. Ärztliche Unterlagen, Fristen und die Frage, wie die dauerhafte Beeinträchtigung festgestellt wird, sind oft wichtiger als das, was bei Vertragsabschluss am lautesten beworben wurde.

Deshalb sollte eine Unfallversicherung immer so gewählt werden, dass sie nicht nur im Prospekt gut aussieht, sondern im Ernstfall klar handhabbar bleibt.

Darauf achte ich im Ernstfall

  • Fristen zur Meldung und Invaliditätsfeststellung
  • Dokumentation von Hergang und medizinischem Verlauf
  • Ausschlüsse bei Hobbys und besonderen Risiken
  • Einordnung von Vorerkrankungen und Mitwirkung

Warum eine private Unfallversicherung unverzichtbar ist

Eine private Unfallversicherung schützt dich finanziell vor den Folgen eines Unfalls, der zu einer dauerhaften Beeinträchtigung (Invalidität) führen kann. Anders als die gesetzliche Unfallversicherung greift sie rund um die Uhr – egal ob der Unfall in der Freizeit, im Haushalt oder im Urlaub passiert.

Die Statistik zeigt: Über 8 Millionen Unfälle ereignen sich jährlich in Deutschland, davon etwa 70% in der Freizeit. Diese sind durch die gesetzliche Unfallversicherung nicht abgedeckt. Ein Vergleich privater Unfallversicherungen lohnt sich daher für jeden – vom Kind bis zum Senior.

"Unfälle passieren meist dann, wenn man am wenigsten damit rechnet. Eine private Unfallversicherung bietet finanziellen Schutz, wenn das Leben eine unerwartete Wendung nimmt." – Stiftung Warentest

Invaliditätsleistung: Das Herzstück der Unfallversicherung

Die Invaliditätsleistung mit Progressionsstaffel ist die zentrale Komponente jeder Unfallversicherung. Sie wird als Einmalzahlung geleistet, wenn nach einem Unfall eine dauerhafte körperliche oder geistige Beeinträchtigung zurückbleibt. Die Höhe der Auszahlung richtet sich nach:

Beispiel: Bei einer Grundsumme von 100.000 € und einer Progression von 500% würde bei einer 100%-igen Invalidität eine Leistung von 500.000 € ausgezahlt werden.

Die Gliedertaxe in der Unfallversicherung definiert, welcher Invaliditätsgrad bei Verlust oder Funktionsunfähigkeit bestimmter Körperteile angesetzt wird:

Eine verbesserte Gliedertaxe bietet höhere Prozentsätze und sollte bei der Auswahl einer Unfallversicherung bevorzugt werden.

  • Der vereinbarten Grundversicherungssumme (z.B. 100.000 €)
  • Dem Grad der Invalidität (in Prozent, gemäß Gliedertaxe)
  • Der gewählten Progression (z.B. 225%, 350%, 500% oder mehr)
  • Arm: 70%
  • Hand: 55%
  • Daumen: 20%
  • Zeigefinger: 10%
  • Bein: 70%
  • Fuß: 40%
  • Auge: 50%
  • Gehör auf einem Ohr: 30%

Unfallrente: Monatliche Zahlungen bei schwerer Invalidität

Die monatliche Unfallrente ergänzt die Einmalzahlung und sichert ein regelmäßiges Einkommen bei schwerer Invalidität. Sie wird in der Regel ab einem Invaliditätsgrad von 50% gezahlt und beträgt je nach Tarif zwischen 500 und 2.000 € monatlich.

Vorteile einer Unfallrente:

  • Regelmäßige Zahlungen als Einkommensersatz
  • Lebenslange Absicherung möglich
  • Unabhängig von der einmaligen Invaliditätsleistung

Bergungskosten und Rettungskosten

Die Bergungskosten in der Unfallversicherung decken die Kosten für Such-, Rettungs- und Bergungseinsätze nach einem Unfall. Dies ist besonders wichtig für Sportler, Wanderer und Reisende. Gute Tarife übernehmen:

Die Deckungssumme sollte mindestens 25.000 € betragen, für Aktivurlauber oder Extremsportler besser 50.000 € oder mehr.

  • Such-, Rettungs- und Bergungskosten durch öffentlich-rechtlich oder privatrechtlich organisierte Rettungsdienste
  • Transport des Verletzten zum nächsten Krankenhaus oder zur Spezialklinik
  • Mehraufwand für die Rückkehr zum Wohnort
  • Überführungskosten bei Tod ins Heimatland

Kosmetische Operationen nach Unfällen

Die Kostenübernahme für kosmetische Operationen ist eine wichtige Zusatzleistung, die Kosten für ästhetische Eingriffe nach Unfällen abdeckt, wenn diese zu erheblichen Entstellungen geführt haben. Die Deckungssumme sollte mindestens 10.000 € betragen.

Kinder optimal absichern

Eine Unfallversicherung für Kinder ist besonders wichtig, da Kinder häufiger von Unfällen betroffen sind und die Folgen oft das ganze Leben beeinflussen können. Spezielle Kinder-Unfallversicherungen bieten:

Besonders wichtig: Bei Kindern sollte eine hohe Grundversicherungssumme (mindestens 150.000 €) mit hoher Progression (500% oder mehr) gewählt werden, da die finanziellen Folgen eines schweren Unfalls über viele Jahrzehnte abgesichert werden müssen.

  • Mitversicherung von Vergiftungen (häufig bei Kleinkindern)
  • Einschluss von Infektionskrankheiten wie FSME oder Borreliose
  • Rooming-in-Leistungen für Eltern bei Krankenhausaufenthalt des Kindes
  • Schulausfallversicherung bei längerer Genesungszeit
  • Invaliditätsleistung auch bei Invalidität durch Kinderlähmung, Meningitis oder FSME

Berufstätige: Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Für Berufstätige ist die private Unfallversicherung eine sinnvolle Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Während letztere bei Berufsunfähigkeit unabhängig von der Ursache leistet, zahlt die Unfallversicherung speziell bei unfallbedingter Invalidität – und das unabhängig davon, ob der Beruf noch ausgeübt werden kann.

Wichtige Aspekte für Berufstätige:

  • Ausreichend hohe Invaliditätsleistung (mind. 100.000 €)
  • Unfallrente als zusätzliche Absicherung
  • Mitversicherung von Unfällen bei beruflicher Tätigkeit
  • Einschluss von Zeckenbissen und deren Folgen

Senioren: Angepasster Schutz im Alter

Für Senioren steigt das Unfallrisiko mit zunehmendem Alter deutlich an. Gleichzeitig bieten viele Standard-Unfallversicherungen ab einem bestimmten Alter (meist 70 oder 75 Jahre) nur noch eingeschränkten Schutz oder sind deutlich teurer.

Spezielle Unfallversicherungen für Senioren bieten:

  • Keine oder nur geringe Leistungseinschränkungen im Alter
  • Mitversicherung von Oberschenkelhalsbrüchen (häufig bei Senioren)
  • Assistance-Leistungen wie Pflegehilfen oder Haushaltshilfen nach einem Unfall
  • Verzicht auf Ausschlüsse bei altersbedingten Erkrankungen

Sportler und aktive Menschen

Für Sportler und aktive Menschen ist eine spezielle Unfallversicherung ohne Einschränkungen für Risikosportarten wichtig. Standard-Tarife schließen oft gefährliche Sportarten wie Klettern, Tauchen oder Kampfsport aus oder verlangen Zusatzbeiträge.

Achte als Sportler besonders auf:

  • Keine Ausschlüsse für deine Sportart
  • Hohe Bergungskosten (mind. 50.000 €)
  • Weltweiter Versicherungsschutz ohne zeitliche Begrenzung
  • Mitversicherung von Tauchunfällen und Dekompressionskrankheit

Mitwirkungsanteil: Auf Klauseln achten

Der Mitwirkungsanteil bei Krankheiten regelt, inwieweit die Versicherungsleistung gekürzt wird, wenn Vorerkrankungen oder Krankheiten am Unfall oder dessen Folgen mitgewirkt haben. Standard ist eine Kürzung ab 25% oder 50% Mitwirkung.

Besonders hochwertige Tarife verzichten komplett auf den Mitwirkungsanteil oder setzen ihn sehr hoch an (z.B. erst ab 70% Mitwirkung). Dies ist besonders wichtig für Menschen mit Vorerkrankungen.

Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr

Eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr (UBR) kombiniert den Unfallschutz mit einer Sparkomponente. Bleibt der Versicherungsfall aus, werden nach Ablauf der Vertragslaufzeit die eingezahlten Beiträge ganz oder teilweise zurückerstattet.

Vorteile und Nachteile der UBR:

Fazit: Eine UBR ist eher als Sparprodukt mit Unfallschutz zu sehen und für die reine Absicherung meist nicht optimal.

  • Vorteil: Geld zurück, wenn kein Leistungsfall eintritt
  • Vorteil: Mögliche Überschussbeteiligung
  • Nachteil: Deutlich höhere monatliche Beiträge
  • Nachteil: Oft schlechteres Preis-Leistungs-Verhältnis beim reinen Unfallschutz

Richtige Versicherungssumme berechnen

Die optimale Versicherungssumme hängt von deiner persönlichen Situation ab. Als Faustregel gilt:

Mit einer hohen Progression (500% oder mehr) erreicht man bei schweren Unfällen eine ausreichende Absicherung.

  • Grundversicherungssumme: mindestens das 3-5fache des Jahreseinkommens
  • Kinder: mindestens 150.000 € Grundsumme
  • Hauptverdiener: mindestens 200.000 € Grundsumme
  • Selbstständige: mindestens 300.000 € Grundsumme

Beruf und Risikoeinstufung

Die berufliche Risikoeinstufung beeinflusst den Beitrag zur Unfallversicherung erheblich. Die meisten Versicherer teilen Berufe in verschiedene Gefahrengruppen ein:

Je höher die Gefahrengruppe, desto teurer der Versicherungsschutz. Bei Berufswechsel solltest du deine Unfallversicherung unbedingt informieren, da sonst im Leistungsfall Probleme drohen können.

  • Gefahrengruppe A (niedrigstes Risiko): Bürotätigkeiten, Ärzte, Lehrer
  • Gefahrengruppe B: Handwerker mit geringem Risiko, Verkäufer, Techniker
  • Gefahrengruppe C: Handwerker mit erhöhtem Risiko, Landwirte
  • Gefahrengruppe D (höchstes Risiko): Dachdecker, Gerüstbauer, Sprengmeister

Typische Leistungsausschlüsse

Die meisten Unfallversicherungen schließen folgende Ereignisse vom Versicherungsschutz aus:

Einige hochwertige Tarife bieten erweiterten Schutz, z.B. bei Unfällen unter Alkoholeinfluss, wenn eine bestimmte Promillegrenze nicht überschritten wird.

  • Unfälle durch Alkohol- oder Drogenkonsum
  • Unfälle bei der vorsätzlichen Begehung von Straftaten
  • Selbstverletzung oder Selbsttötungsversuche
  • Unfälle durch Kernenergie oder radioaktive Strahlung
  • Unfälle durch Kriegsereignisse
  • Gesundheitsschäden durch Heilmaßnahmen oder Eingriffe

Vorerkrankungen und Gesundheitsfragen

Bei Abschluss einer Unfallversicherung mit Gesundheitsfragen musst du bestehende Vorerkrankungen angeben. Verschweigst du relevante Informationen, kann die Versicherung im Leistungsfall die Zahlung verweigern.

Typische abgefragte Vorerkrankungen:

Bei bestehenden Vorerkrankungen kann die Versicherung Risikozuschläge verlangen, bestimmte Körperteile vom Versicherungsschutz ausschließen oder die Versicherung ganz ablehnen.

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates (Wirbelsäule, Gelenke)
  • Neurologische Erkrankungen (Epilepsie, Multiple Sklerose)
  • Sehbehinderungen und Augenerkrankungen
  • Psychische Erkrankungen
  • Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen

Gefährliche Sportarten und Hobbys

Viele Unfallversicherungen schließen gefährliche Sportarten standardmäßig aus oder verlangen Zusatzbeiträge. Zu den häufig ausgeschlossenen Aktivitäten gehören:

Wenn du regelmäßig gefährliche Sportarten ausübst, solltest du einen speziellen Tarif wählen, der diese einschließt oder einen entsprechenden Zusatzbaustein vereinbaren.

  • Extremsportarten (Base-Jumping, Freeclimbing)
  • Motorsport
  • Kampfsport
  • Tauchen ab bestimmten Tiefen
  • Fallschirmspringen und Paragliding

Richtig handeln nach einem Unfall

Nach einem Unfall mit möglichen bleibenden Folgen solltest du folgende Schritte beachten:

  • Sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen
  • Unfallhergang genau dokumentieren (Zeugen, Fotos, Unfallbericht)
  • Versicherung innerhalb der Meldefrist informieren (meist 24-48 Stunden)
  • Ärztliche Atteste und Diagnosen sammeln
  • Alle Behandlungen und Therapien dokumentieren
  • Bei Unklarheiten einen Fachanwalt für Versicherungsrecht konsultieren

Invaliditätsfeststellung und Fristen

Die Invaliditätsfeststellung erfolgt in der Regel durch einen Arzt, nachdem der Heilungsprozess abgeschlossen ist. Wichtige Fristen:

Die genauen Fristen sind in den Versicherungsbedingungen festgelegt und sollten unbedingt eingehalten werden, da sonst der Anspruch verfallen kann.

  • Meldung des Unfalls: meist innerhalb von 24-48 Stunden
  • Geltendmachung der Invalidität: meist innerhalb von 12-18 Monaten nach dem Unfall
  • Ärztliche Feststellung der Invalidität: meist innerhalb von 15-24 Monaten nach dem Unfall

Streitfall mit der Versicherung

Bei Streitigkeiten über die Höhe der Invalidität oder die Leistungspflicht der Versicherung hast du folgende Möglichkeiten:

Viele hochwertige Unfallversicherungen bieten inzwischen auch eine Rechtsschutzkomponente für Streitigkeiten im Leistungsfall.

  • Einholung eines unabhängigen medizinischen Gutachtens
  • Einschaltung eines Fachanwalts für Versicherungsrecht
  • Beschwerde bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
  • Anrufung des Versicherungsombudsmanns
  • Als letztes Mittel: Klage vor Gericht

Unfallversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Kombination aus Unfallversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung bietet optimalen Schutz: Während die Berufsunfähigkeitsversicherung bei Verlust der Arbeitskraft aus allen Gründen (Krankheit und Unfall) leistet, zahlt die Unfallversicherung eine Einmalleistung bei unfallbedingter Invalidität – unabhängig davon, ob der Beruf noch ausgeübt werden kann.

Diese Kombination ist besonders sinnvoll, da:

  • Etwa 70% der Berufsunfähigkeitsfälle durch Krankheiten verursacht werden
  • Die Unfallversicherung deutlich günstiger ist und hohe Einmalzahlungen bei Invalidität bietet
  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung eine laufende Rente zahlt und den Lebensstandard sichert

Unfallversicherung für Kinder und Ausbildungsversicherung

Für Kinder ist die Kombination aus Unfallversicherung und Ausbildungsversicherung sinnvoll. Die Unfallversicherung schützt bei bleibenden Unfallfolgen, während die Ausbildungsversicherung ein Kapital für Ausbildung oder Studium aufbaut.

Einige Anbieter bieten spezielle Kombi-Produkte mit:

  • Unfallschutz für das Kind
  • Sparkomponente für Ausbildung oder Studium
  • Beitragsbefreiung bei Tod oder Berufsunfähigkeit der Eltern

Fazit: Die richtige Unfallversicherung für deine Bedürfnisse

Eine gute private Unfallversicherung im Vergleich bietet umfassenden Schutz bei bleibenden Unfallfolgen zu einem angemessenen Preis. Je nach persönlicher Situation und Lebensphase können unterschiedliche Schwerpunkte sinnvoll sein:

Achte bei der Auswahl deiner Unfallversicherung auf:

Mit einer gut ausgewählten privaten Unfallversicherung bist du für die finanziellen Folgen von Unfällen optimal geschützt – und das zu einem überschaubaren Preis, der in keinem Verhältnis zum abgesicherten Risiko steht.

Vergleiche verschiedene Anbieter und Tarife, um die für dich passende Lösung zu finden. Eine regelmäßige Überprüfung deines Versicherungsschutzes, besonders bei Veränderungen der Lebenssituation oder des Berufs, stellt sicher, dass du stets optimal abgesichert bist.

  • Für Kinder ist eine hohe Grundversicherungssumme mit hoher Progression besonders wichtig
  • Berufstätige sollten die Unfallversicherung als Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung sehen
  • Senioren profitieren von speziellen Tarifen ohne Alterseinschränkungen
  • Sportler benötigen umfassenden Schutz ohne Ausschlüsse für ihre Sportarten
  • Ausreichend hohe Grundversicherungssumme (mindestens 100.000 €)
  • Hohe Progression (mindestens 350%, besser 500% oder mehr)
  • Verzicht auf Mitwirkungsanteile oder hohe Grenze (mindestens 50%)
  • Verbesserte Gliedertaxe
  • Sinnvolle Zusatzleistungen wie Bergungskosten und kosmetische Operationen

Quellen:

Stiftung Warentest - Test Unfallversicherung 2025

Verbraucherzentrale - Ratgeber Private Unfallversicherung

GDV - Gesamtverband der Deutschen Versicher

Häufige Fragen

Nein. Sie kann eine sinnvolle Ergänzung sein, ersetzt aber die BU meist nicht, weil sie nur bei Unfallfolgen leistet und nicht bei Krankheiten oder psychischen Belastungen.

Weil sie bestimmt, wie stark die Leistung bei höheren Invaliditätsgraden ansteigt. Gerade bei schweren Folgen macht das einen großen Unterschied.

Das kann sehr sinnvoll sein, weil Kinder viele Unfälle in Freizeit und Alltag erleben. Entscheidend ist aber die konkrete Vertragsgestaltung und nicht nur der Produktname.

Das hängt von der Lebenssituation ab. Bergungskosten, kosmetische Operationen, Unfallrente oder besondere Kinderleistungen können je nach Alltag sehr wichtig sein.

Dann wird häufig geprüft, in welchem Maß bestehende gesundheitliche Faktoren an der Beeinträchtigung mitwirken. Genau darum sollten Bedingungen zum Mitwirkungsanteil sorgfältig geprüft werden.

Fristen, medizinische Dokumentation und ein Vertrag mit klaren Regeln. Ein guter Tarif zeigt seine Qualität erst dann, wenn ein echter Unfall sauber abgewickelt werden muss.

Die Progressionsstaffel in der Unfallversicherung sorgt dafür, dass bei höheren Invaliditätsgraden überproportional mehr Geld ausgezahlt wird. Dies ist sinnvoll, da schwere Unfälle mit hoher Invalidität auch deutlich höhere finanzielle Folgen haben.

Übliche Progressionsstaffeln im Vergleich (bei 100.000 € Grundsumme):

Empfehlung: Eine Progression von mindestens 350%, besser 500% oder mehr, bietet optimalen Schutz bei schweren Unfällen.

  • 225% Progression: max. 225.000 € bei 100% Invalidität
  • 350% Progression: max. 350.000 € bei 100% Invalidität
  • 500% Progression: max. 500.000 € bei 100% Invalidität
  • 1000% Progression: max. 1.000.000 € bei 100% Invalidität

Die Kosten für eine private Unfallversicherung im Vergleich variieren je nach Alter, Beruf, Versicherungssumme und Zusatzleistungen:

Zusatzbausteine wie Unfallrente oder erhöhte Bergungskosten erhöhen den Beitrag entsprechend.

  • Kinder: ca. 60-120 € jährlich (100.000 € Grundsumme, 500% Progression)
  • Erwachsene (25-45 Jahre): ca. 80-150 € jährlich (100.000 € Grundsumme, 500% Progression)
  • Senioren (ab 65 Jahre): ca. 120-250 € jährlich (100.000 € Grundsumme, 500% Progression)

Unfallschutz so wählen, dass er im Ernstfall wirklich trägt

Wenn Du Deine bestehende Unfallversicherung einordnen oder eine neue Lösung sinnvoll aufbauen willst, prüfen wir gemeinsam Leistungen, Klauseln und den echten Nutzen für Deinen Alltag.